Warum die Firmenweihnachstfeier so viel bedeutet ...

 

Die Antwort gleich vorweg: Weil sie ein Ritual ist.

Und Rituale haben nun einmal große Wirkung, und zwar nicht nur im religiösen Umfeld exotischer Völker: Unser Leben ist voll davon! Sie können klein und alltäglich sein, wie der Kaffee am Nachmittag oder das wöchentliche Treffen mit Freunden. Und sie können einmalig und aufwändig sein, um den Übergang in eine neue Lebensphase zu markieren, wie das Hochzeitsritual – ganz egal, ob man es in alter Tradition oder nach eigenem Geschmack gestaltet. Rituale strukturieren den Alltag, vereinfachen die menschliche Kommunikation und geben emotionalen Halt.

„Wir gehören zusammen“

Was viele Rituale miteinander gemeinsam haben, ist ein klares Ziel: Sie sollen das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Gruppe stärken. Wie eben auch die Firmenweihnachtsfeier. Hier ist Gelegenheit, den Chef als Mensch zu erleben und auch mit jenen Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen, die man am Arbeitsplatz nicht zu Gesicht bekommt. Bei Punsch oder einem Glas Rotwein lassen sich auch schwelende Konflikte einfacher, nämlich über die menschliche Ebene, überwinden.
„Rituale sind der Leim, der Menschen zusammenhält“, erklärt Prof. Harvey Whitehouse, Anthropologe und Ritualforscher an der Universität Oxford. Damit dieser Leim auch gut hält, ist es wichtig, viele positive Emotionen unterzumischen.

Der Weihnachtsschmaus ist traditionell reichlich

Wie gutes Essen natürlich. Gemeinsam zu essen ist an sich schon ein wichtiges Ritual, das Menschen auch außerhalb des Arbeitsalltags miteinander verbindet. Das Weihnachtsessen ist idealerweise aber etwas ganz Besonderes: besonders festlich, besonders reichlich und besonders schmackhaft. Zu Weihnachten darf der Gaumen noch mehr als sonst verwöhnt werden. Einige traditionell weihnachtliche Gerichte, wie Weihnachtsgans oder mit Gewürznelken, Anis und Zimt verfeinerte Nachspeisen, verstärken das Ritualhafte des Weihnachstdinners.

Jetzt spricht der Boss!

Eine wirklich unvergessliche Firmenweihnachtsfeier hat jedoch noch einige andere Bestandteile: Die Rede des Chefs ist einer davon. Je persönlicher und packender sie ist und je mehr sich alle Mitarbeiter dadurch wertgeschätzt und wahrgenommen fühlen, desto besser. Auch Misserfolge dürfen zur Sprache kommen und bei dieser Gelegenheit in die Vergangenheit entlassen werden. Wichtig ist dabei immer, dass insgesamt Zuversicht und Motivation transportiert werden. Nicht vergessen: Es geht um positive Emotionen!

Weißt du noch, wie bei der letzten Weihnachtsfeier ...

Mindestens einmal im Jahr darf auch Raum für legendäre gemeinsame Erlebnisse sein, die noch lange in Erinnerung bleiben. Ein gemeinsamer Winterspaziergang vor dem Weihnachtsdinner zum Beispiel, oder der Besuch einer Veranstaltung. Solche Erlebnisse lassen sich aber auch in Form von organisierten Teambuilding Events bewusst gestalten. Dabei gibt es meist reichlich Gelegenheit, die Kollegen und Vorgesetzten von anderen Seiten kennenzulernen, sie als Menschen außerhalb ihrer Funktion im Unternehmen zu erfahren und spielerisch zwischenmenschliche Verbindungen aufzubauen und zu stärken. Dass sich solche Aktivitäten positiv auf die Zusammenarbeit im Unternehmen auswirken, ist vielfach getestet.

Das firmeneigene Weihnachtsritual

Je stärker ein Ritual die Emotionen anspricht, umso wirkungsvoller ist es. Das gilt auch für die Firmenweihnachtsfeier. Und wenn ein Unternehmen es schafft, für ihre jährliche Weihnachtsfeier sogar ganz spezielle unternehmensinterne Rituale zu entwickeln – umso bessser! Das können die jährlichen, lange vorbereiteten Showeinlagen einiger talentierter Entertainer unter den Mitarbeitern sein. Oder das traditionelle Geschenk als Zeichen der Werschätzung für jeden Einzelnen der Belegschaft. Vielleicht auch ein gemeinsames Geschenk der Mitarbeiter an die Chefs ...

Nur nicht unterschätzen!

Wie die Firmenweihnachtsfeier verläuft, ist nicht nur ein Spiegel des bisherigen Betriebsklimas, sondern kann – wenn sie gut durchdacht ist – dieses auch wesentlich zum Positiven beeinflussen. Und zwar jedes Jahr wieder, wie das Rituale eben so an sich haben.

Sigrun Saunderson, Freiberufliche Journalistin und Texterin

www.saunderson.com